Im Jahr 2024 hatte ich zum ersten Mal die Chance, mich mit dem Thema „Trackday“ zu beschäftigen. Und bin damals mit dem ACS-Bern nach Dijon gefahren. 2024 hatte ich mir auch noch ein paar Runden in Portimao in einem gemieteten GT3 gegönnt. Beides hat Lust auf mehr gemacht.

Anneau du Rhin – an einem herrlichen Tag im August 2025

Am 15ten August 2025 nutze ich das Angebot von Kumschick an einem organisierten Trackday in Anneau du Rhin teil zu nehmen. Die Anreise nutze ich für einen Schlenker durch den Schwarzwald, was ich so nicht nochmal mache, einfach zu viel Verkehr und zu viele Blitzer. Die Veranstaltung beginnt mit einem gemeinsamen Abendessen am Vortag in einem Hotel unweit der Strecke. Das Hotel ist sauber und einfach, das Essen reichhaltig. Das Frühstück lasse ich aus und startet am frühen Morgen bei gutem Wetter in Richtung Strecke. 

Kumschick mit Zelt & mobiler Werkstatt im Fahrerlager sorgt für den nötigen Support

Wie beim ACS, ist auch diese Veranstaltung vom TCS locker, startet aber ohne grosses Training und bereits nach den ersten Einführungsrunden ist die Strecke mehr oder weniger frei zu befahren. Da insgesamt nur wenige Autos vor Ort sind, hat man meist viel Freiraum und der Spass kann ungefährdet ablaufen.

Ein Schattenparkplatz ist bei angesagten 30 Grad im Schatten eine gute Sache!

Gefahren wird die 3.7 Kilometer Variante, ohne Innfield & Boxengasse, aber mit langer Geraden und Schikane.

Die 3.7km Variante mit langer Geraden, genau wie im Simulator auch.

Für die Aktion habe ich mir extra einen neuen Satz AVON ZZS aufgezogen. Die Reifen sind mittlerweile Mangelware, nachdem NOVA (Nachfolger von AVON) noch keine neuen Strassenreifen liefert. Ich bin nicht nur deswegen vorsichtig und behutsam unterwegs, da ich auf dem Satz auch noch im Herbst eine Woche Sardinien unter die Räder nehmen will.

Selten mal zwei Autos im Blick – meist hat man die Strecke für „sich“.

Vor Ort betreut Kumschick die Kunden, beantwortet technische Fragen und bietet spontane Hilfe mit kleineren Problemen oder Setup Veränderungen. Man kann sich auch Reifen liefern lassen, die man dann für die Rundstrecke aufzieht. Ein Fototeam ist auch dabei, das für die Teilnehmer schicke Fotos erstellt. Natürlich sind neben Lotus und Caterham auch andere Fahrzeuge anwesend, neben einigen Porsches auch Ferraris, Corvettes und Alpine. Neben der Aktion auf der Strecke, erfreut auch die Lockere Stimmung und der Austausch mit anderen Petrol Heads – über Autos kann man immer und mit jedem anderen Autofan ohne Probleme jederzeit Stunden reden. Der ein oder andere Tipp zu Verbesserung der eigenen Fähigkeiten oder des Setups lässt sich so auch erwerben.

Neben Porsche, Alpine, Lotus und Caterham fahren auch ernsthafte Rennwagen mit.
Am Ferrari wird mehr geschraubt als gefahren,… Kühlprobleme plagen den Italiener.
Die Geräuschskulisse ist beeindruckend!

Nachdem ich über den Sommer die Strecke von Anneau du Rhin schon ein paarmal im Simulator gefahren bin, konnte es gleich losgehen. Auf der Suche nach einer guten Runde, fuhr ich über den Tag mehrere 20 Minuten Stints, jeweils mit 30 – 45 Minuten Pause und einer längeren Mittagspause dazwischen. Der Catering Service von Anneau ist gut und das Mittagessen reichhaltig. Kalte Getränke und Espresso gibt es den ganzen Tag über reichlich – gut hydriert fährt es sich besser!

Die Rundenzeit zeichne ich mit der App RaceChrono auf, das geht unkompliziert einfach mit dem Mobiltelefon, ohne weiteres Zubehör. So kann ich mich mit meinen Zeiten vom Simulator vergleichen. Beste Zeit am Vormittag 1:49,42. – unter 1:50, damit bin ich schon gleich mal zufrieden.

Die Schikane und die zwei Rechts vor Start-Ziel….
… machen im Seven so richtig Laune.
Die Randsteine versuche ich den Reifen zu Liebe zu meiden…

Am Nachmittag steigen die Temperatur deutlich und es fehlt etwas Leistung, doch durch mehr Übung und eine saubere Linie schaffe ich mehrere schnelle Runde hintereinander und knacke die 1:47,27 – immerhin 4 Sekunden schneller als in der virtuellen Welt. Der Caterham erreichte dabei am Ende der langen Start-Ziel Gerade eine Spitzengeschwindigkeit von 195km/h. Da ich die Reifen noch für meine Sardinien Reise brauche, lasse ich es am späteren Nachmittag langsam ausklingen.

Sven artgerecht bewegt (Bild von Kumschick Fotografen)
Am Nachmittag wird es richtig heiss, die Zeiten aber noch besser.
Ich bin bei weitem nicht der schnellste Seven auf der Strecke, produziere aber auch keinen Dreher oder sonstigen Ausritt in die Botanik – Technik, Fahrer & Reifen bleiben heile.

Nach so einem Tag, bei bis zu 30 Grad am Nachmittag, bin ich froh, dass ich das Hotel noch für eine weitere Nacht gebucht habe (und das Zimmer eine Klimaanlage hat) und ich nicht sofort nach Hause fahren muss. 

Ohne Türen und mit Halbdach – genau das richtige für die Landstrasse bei 30 grad im Schatten.
Auf dem Weg zum Genfersee… kleine Pause mit Blick auf die Alpen und lange Caterham Motorhaube.

Die Heimreise ist aber sowieso etwas ausführlicher geplant. Zunächst geht es auf französischer Seite in Richtung Süden. Dann durchs Jura und mit einigen schönen Umwegen bis zum Genfersee zu einem Mittagessen bei Freunden. Da der Heimweg mich über Furka & Co führen soll, übernachte ich noch gediegen im Berner Oberland. Vor einem ausgezeichneten Abendessen mit regionalen Produkten nutze ich noch die SPA Landschaft des Hotels zur Entspannung. Der Caterham schläft derweilen in der Garage in nobler britischer Nachbarschaft.

Mit Abstand das leichteste Fahrzeug in der Hotelgarage…

Am nächsten Morgen geht es früh in Richtung Heimat, bei herrlichem Wetter in gemütlichem Tempo durch die Alpenlandschaft. Unterbrochen durch eine unfreiwillige Pause mit Ausblick. Zwei Motorradfahrer haben sich getroffen und mussten mit dem Rettungshubschrauber die Heimreise antreten – währenddessen ist die Strasse voll gesperrt. Nach einer guten Stunde rollt der Verkehr wieder und ich lege die letzten Meter gelassen zurück.

Ich kann allen Caterham Fahrern nur empfehlen mal einen Trackday zu machen und das eigene Fahrzeug ohne Gefahr für andere & den Führerausweis artgerecht zu bewegen.