Nachdem ich im August mit dem Seven in Anneau war und das durchaus kurzweilig war, habe ich spontan ein Trackday Angebot vom TCS genutzt und bin mit dem GT3 Touring im Oktober 2025 auch nochmal für einen Tag auf die Rennstrecke gegangen.

Ein Hotel etwas weiter weg und entspannte Anreise über die Autobahn am Vorabend.

Im Gegensatz zum August Trackday habe ich dieses Mal nur eine Übernachtung, in einem etwas weiter entferntem Hotel, gebucht. Die Anreise gestaltete sich im Herbst auch etwas effizienter, der Porsche eignet sich für die Autobahn mehr als der Caterham. Auch im Anschluss an den Tag auf der Rennstecke, ging es direkt entspannt via Autobahn ohne Umwege nach Hause. Ich würde dennoch immer empfehlen, morgens ausgeschlafen an die Strecke zu kommen – es ist halt doch ein anstrengender Tag und man sollte fit sein. Auch wenn im Gegensatz zum Sommer, das Wetter dieses mal eher auf der kalten, nebeligen Seite war und keine 30 Grad zu erwarten waren. Zunächst war es auch unsicher, ob die Strecke überhaupt pünktlich nach dem Fahrerbriefing aufmacht, da der Nebel doch sehr dicht über der Strecke hing.

Das Hotel liegt etwas höher als die Strecke, bei der Abfahrt um 07:00 geht die Sonne hinter dem Nebel auf…

Schlussendlich konnte die Strecke aber doch öffnen und deutlich mehr Fahrzeuge als im Sommer nahmen an der Veranstaltung teil. Die Porsche Fraktion war stark vertreten, da dieser Trackday vom TCS zusammen mit Sportec und Marcel Fässler veranstaltet wurde. Das bot auch die Möglichkeit mal so etwas wie einen Ferdinad in freie Wildbahn zu hören und zu sehen. Respekt sei dem Besitzer gezollt, der damit einige schnelle Runden auf der Strecke absolvierte.

Sportec nutzt den TCS Trackday für sein Kursangebot mit Marcel Fässler
Die solvente Kundschaft von Sportec fährt mit dem Ferdinand ein paar Runden…
Schweizer 911 Restmod – ab ca. 430k CHF bist dabei… leider geil!

Dieses mal war der TCS deutlich strikter in Bezug auf die Gruppeneinteilung, da auch viele Leute mit Ihren Fahrzeugen zum aller ersten Mal auf der Rennstrecke waren. Somit ging es für mich um 08:47 raus auf die Strecke für die ersten 20 Minuten. Mit einer 1:39,71 hatte ich gleich mal meine Zeit im Caterham deutlich unterboten, was bei einer Höchstgeschwindigkeit von 241km/h auf der Gerade auch nicht verwunderlich war.

Morgens noch mit Nebel… am Ende der Start-Ziel zeigt der Tacho über 240km/h!

Nach dem Mittagessen lichteten sich die Reihen sowie der Himmel. Die Gruppen wurden etwas lockerer gehandhabt – so dass auch mal längere Sessions möglich waren. Leider hatte ich mich nach meiner ersten Ausfahrt, durch einen gut gemeinten Rat eines Cayman Fahrers, dazu verleiten lassen den Reifendruck meiner Cup 2 zu weit abzusenken. Damit fehlt gerade in den schnellen Kurven der Seitenhalt und das Vertrauen in den sonst sehr brav liegenden Touring. Erst im Laufe des Nachmittags und nach entsprechender Korrektur zurück in Richtung Werksangabe (Porsche hat sich offenbar bei den Daten was gedacht!), gewann ich das Vertrauen in den GT3 zurück und fuhr erneut mehrere Runden unter 1:40 – am Ende sogar eine 1:39,35. Was ziemlich genau meiner Zeit im Simulator mit einem GT3 RS entsprach.

Auf der Strasse und der Rennstrecke ein sehr guter Begleiter!

Meine Erwartungen an meinen GT3 Touring auf der Rennstrecke waren aber nicht nur in Bezug auf Rundenzeiten groß. Sondern auch aus Sicht des Klangerlebnisses hatte ich ja einen Vorgeschmack in Portugal mit den gemieteten GT3 sowie von der deutschen Autobahn. Der Boxer-Motor Soundrack ab 6.000/min ist betörend und macht so richtig Laune. In Verbindung mit der Handschaltung die im Sport Modus auch gezielt Zwischengas beim Herunterschalten einsetzt, lässt sich der Touring kurzweilig über den Rundkurs pilotieren, dass es eine wahre Freude ist. Klar ist man den GT3s und GT4s mit PDKs in Bezug auf Rundenzeit & Beschleunigung unterlegen, aber das Spiel mit Gas, Bremse, Kupplung und Schaltung zu perfektionieren und die optimale Runde zu finden, bei soviel mehr Parametern ist schon sehr einnehmend und befriedigend.  

Lackschutzfolie hilft auch gegen Gummiabrieb, der lässt sich einfacher abwaschen!

Dabei war ich immer mit aktiviertem ESP & ASR unterwegs, was dem Spaß keinen Abbruch getan hat, da die Elektronik einen kaum einbremst. Das digitale Sicherheitsnetz bewahrt in der Realität und mit anderen Fahrzeugen auf der Bahn, vor ungewolltem losem Heck des 911er bei ungeschickter Verzögerung bei eingeschlagenen Rädern. Eine Eigenschaft die ich im Simulator bereits mehrfach in der schnellen Links–Rechts Kombination mit einem Ausflug ins Kiesbett simuliert hatte. Auch wen ich im Caterham überhaupt keine Sicherheitselektronik habe, bei gut 50km/h mehr Topspeed auf der Geraden und wesentlich mehr Masse beim Anbremsen, bin ich im Porsche doch dankbar für die gut abgestimmten Regelelektronik, die auch auf der Rennstrecke eine gute Figur macht. 

Bremsen sind nach dem Tag nun auch „eingefahren“…

Schon bei meinen ersten Erfahrungen mit dem Caterham auf der Rennstrecke, ist es mein oberstes Ziel gewesen an dem Tag möglichst viel Spaß zu haben, das Auto an den Grenzbereich heranzubringen aber nicht darüber hinaus und dann auf eigener Achse ohne kaputtes Material noch nach Hause zu fahren. Das ist mit dem GT3 auch gelungen. Der Cayman Fahrer mit seinem niedrigen Luftdruck hat das nicht geschafft, sondern sein Auto am Reifenstapel entlanggeführt und musste mit dem Abschleppdienst den Heimweg antreten.

So sieht ein GT4 RS nach der seitlichen Bekanntschaft mit einem französischen Reifenstapel aus…

Was sich seit dem Trackday auch deutlich verbessert hat, danke so richtig thermisch beanspruchter Bremsanlage, hat der GT3 endlich seine quietschenden Bremsen abgelegt! Hurra!

Schwarze Felgen sind dein Freund – Bremsstaub bleibt unsichtbar 😉

Die Michelin Cup 2 Reifen sind auf der Rennstrecke bei trockenem Wetter natürlich in Ihrem Element und ich konnte auch nach einem ganzen Tag kaum erhöhten Verschleiss feststellen.

Auch als Handschalter ist der GT3 für die Rennstrecke gut aufgestellt.

Ihr fragt Euch jetzt sicher, was kostet so ein Trackday eigentlich? Der TCS verlangt für die Streckenmiete um die 500CHF. Dazu kommt mindestens eine Übernachtung am Abend vorher, in der Region zwischen 100 und 200 Euro pro Nacht durchaus komfortabel machbar (Top Tip: Auf einen geeigneten Parkplatz und möglichst kurze Anfahrt zur Strecke achten!). Dann kommt Super Plus hinzu – ich habe zwei Tanks an dem Tag verfahren – im Gegenwert von gut 300 Euro. Wenn man direkt an der Strecke tankt, um keine wertvolle Zeit zu verlieren, zahlt man einen heftigen Aufpreis. Die Discounter Tankstelle einen Ort weiter bietet angemessenere Tarife und hat auch Super Plus im Angebot. Es lohnt sich also vorher aufzutanken und an der Strecke nur bei Bedarf nachzutanken und nach dem Abschluss des Tages wieder im Nachbarort den Kraftstofftank aufzufüllen. Luft gibt es an der Strecke übrigens Gratis – sollte man vor der Heimfahrt auch unbedingt kontrollieren. Lässt man Reifen und Fahrzeug heile, war es das an Kosten.

Bei meinen ersten beiden Trackdays und Sportfahrertrainings hatte ich noch eine spezielle Trackday KFZ Versicherung abgeschlossen. Diese kostet ca. 650 CHF pro Tag Prämie bei einer Schadenssumme bis zu 75k EURO und 7000 Euro Selbstbehalt. Natürlich sind in diesen Versicherungen etliche Dinge ausgeschlossen, aber deine normale Kasko zahlt auf der Rennstrecke bei einem Schaden natürlich nicht. Dennoch habe ich mir die Versicherung 2025 gespart und lieber wie oben beschrieben auf schonende Fahrweise gesetzt.

Ab gut 1000 Euro pro Tag ist das also kein billiges Vergnügen, aber um das eigene Fahrzeug mal artgerecht bei relativ niedrigem Risiko zu bewegen, jeden Cent wert!